Rückblick 17. ITT 2001

 

Montag

Bei der Ankunft war Kaiserwetter angesagt. Nördlich der Alpen war ein richtiges Schmuddelwetter - man meint, in einer anderen Welt angekommen zu sein.
Bereits ca. 30 Teleskope waren aufgebaut - Die Stimmung unter den Teilnehmern konnte nicht besser sein.

Unverzüglich machte auch ich mich an den Aufbau meiner Gerätschaften. (Siehe Bild unten)

Rechts meine astrofotografische Ausrüstung auf der CI 700 von Celestron, Mitte ein sehr guter Skywatcher Achromat mit 150mm Öffnung und 700mm Brennweite auf der Giro II und Links ein kompakter Achromat von Skywatcher mit 120mm Öffnung und 600mm Brennweite auf der EQ-5.

   

Dienstag

Auch der Dienstag besticht durch Kaiserwetter. In der davorliegenden Nacht konnten wir immerhin ca. 5 Stunden beobachten. Die Durchsicht war hervorragend.
Kein Mensch kann ahnen, was der Tag so bringen wird, auf jeden Fall beschäftigen wir uns mit der Sonnenfotografie.

Auch ich mache mit meiner digitalen Kamera Olympus CI 2040 und dem Skywatcher Achromaten 120/1000mm, den ich ebenfalls mitgebracht habe, einige Sonnenaufnahmen.

Die Belichtungszeit ist bei 1/250 sek.

Es steckt sicher noch mehr drinn aber für einen ersten Versuch hat es ja noch recht gut geklappt.

Die Durchsicht am Dienstag ist so gut, daß ich einfach mal, mitten am Tag, den Blick auf den Mond riskiere.
Ich bin überascht vom Kontrast und von der Schärfe. Jede Menge Krater und auch die großen Mare sind herforragend sichtbar.

Diesen Eindruck habe ich auch fotografisch festgehalten.

Auch der Jupiter präsentiert am ersten Blick seine bekannten Bänder.

 

Die Nachricht von den Terroranschlägen in den USA macht uns natürlich auch am ITT nachdenklich und so dominieren an diesem Tag natürlich auch die Gespräche wie es weitergeht. So richtig verarbeiten kann es keiner. Bald aber wenden sich unsere Gedanken wieder den Sternen und den Teleskopen zu. Unterschwellig bleibt aber immer ein beklommenes Gefühl zurück.

 

Mittwoch

Der Mittwoch ist einer der schönsten Tage am ITT.
Nach einer schönen Nacht herrschen herrliche Temperaturen vor. Besonders am Vormittag werden wir von der Sonne verwöhnt.

Der Skywatcher Achromat 150/750mm ist von vielen Sternfreunden umlagert. Viele sind überascht, daß ein derart kurzbrennweitiger und lichtstarker Refraktor doch noch ein so scharfes Bild, auch während der Tagesbeobachtung, liefern kann.

Die Giro Montierung erlaubt ein angenehmes und feinfühliges Schwenken - so können wir die Gipfel der karnischen Alpen, alles schroffe Felswände, wunderbar abfahren.

Die beiden folgenden Bilder zeigen den hervorragenden 10" Newton von Kurt Schreckling. Das Gerät selbst besticht durch seine Ultra - Leichtbauweise. Alles - sogar der Spiegel - ist in Selbstbauweise entstanden.

Besonders interessiert mich die azimutale Verstellung. Kurt hat einfache Kunststoffrollen aus dem Baumarkt genommen. Die Verstellung ist extrem leichtgängig - eine interessante Alternative zu Ebony Star und ähnlichen Gleitlösungen

   

Donnerstag

Nach einer schönen Nacht war am Donnerstag morgen eine interessante Wolkenstimmung zu beobachten.
Während der kalten Nacht hat sich im Tal recht viel Dunst angesammelt, der vom Licht der aufgehenden Sonne angestrahlt wird.

Am Morgen ist am ITT Gelände immer eine recht eigentümliche und auch sehr friedliche Stimmung.

   

Eine sehr schöne Nebensonne leitet leider auch das voläufige Ende der schönen Wetterperiode ein.
Nur wenige Stunden später zieht der Himmel zu und er wird sich auch so rasch nicht mehr auflockern.

Trotzdem wird unermüdlich aufgebaut und ein Teilnehmer nach dem anderen trifft ein.

Links unten hat ein Münchner Sternfreund, Franz Kufer, seine Teleobjektive aufgebaut. Ich habe am ITT ein paar sehr schöne Stunden mit ihm verbringen können.

Ein weiterer Sternfreund präsentiert uns stolz seinen Selbstbaurefraktor mit einer sehr guten und farbreinen Optik.

   
   

Freitag

Der Freitag ist ein gemütlicher und leider auch feuchter Tag.
Wir sind besonders froh, die Räume des Alpengasthofs Sattlegger nützen zu können.

An diesem Tag können wir interessante Vergleiche machen - zum Beispiel ein 4" Achromat f/10 mit dem Apo Korrektor und ein 4" TS Achromat von Teleskop-Service - welches Gerät hat weniger Farbe...

Langweilig wurde uns nicht!

   

Samstag

Nach einer recht langen und diskussionsfreudigen Nacht empfängt uns der Samstag Morgen mit einem überaschenden Panorama.
Der Winter ist da!

Trotzdem wird der Tag sehr schön und interessant - fast kein Teilnehmer fährt nach Hause und diese Geduld und Zuversicht soll auch belohnt werden.

Wolfi Rohr - Optiktester aus Passion und Leidenschaft, baut seine Anlage auf.
Ein paar Minuten später versammeln sich schon Hobbyastronomen und es beginnen interessante Diskussionen.

Im Laufe des Tages wird Wolfi über 20 Geräte testen und auswerten.
Links muß ein 120mm Skywatcher zeigen, was in ihm steckt. Nun - die Optik ist sehr gut, wie es das projezierte Interferogramm zeigt.

Auch in unserer Astro Ecke ist imer was los.
Hier zeigt Martin meinen beiden Kollegen von der ITT - Organisation Interessantes am Laptop.

Auch jede Menge Zeitungen und Info Blätter liegen im Astro - Eck auf.

Ein Vortragsprogramm sorgt zusätzlich für Abwechslung. Genau dies wollen wir für nächstes Jahr noch ausweiten. (siehe Bild links unten)

Am späten Nachmittag beginnt sich jedoch das Wetter zu wandeln - die Sonne kommt raus. Schnell sind die Fernrohre abgedeckt und ein Blick auf die H-Alpha Sonne ist möglich. (siehe Bild unten)

   

Am Abend des Samstag zeigt der Himmel bereits große Lücken und von Westen her klart es zunehmend auf.
Die Transparenz ist hervorragend und als der Reißkofel in blutrotes Licht getaucht wird, wissen wir, daß sich das Warten gelohnt hat - eine schöne Nacht steht uns bevor.

Bis 3h in der Früh sind herrliche Beobachtungen, nur kurz von kleineren Wolkenfeldern unterbrochen, möglich. Ab Mitternacht ist sogar Astrofotografie mit langen Belichtungszeiten machbar.

Das 17. ITT ist nicht nur von den Beobachtungsbedingungen her, sondern durch die freundlichen und humorvollen Teilnehmer ein voller Erfolg gewesen. Wir sind auch vom Wetter her verwöhnt worden, wenn man bedenkt, daß nördlich der Alpen keine Beobachtungsnacht möglich gewesen ist.

Als ich von der Alm abgefahren bin und ein paar schöne Songs von STS mir angehört habe, ist mir klar geworden, daß ich mich bereits zu diesem Zeitpunkt auf das nächste ITT gefreut habe.

Dieses Gefühl hat sich bis heute nicht geändert.

Wolfi Ransburg

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